Anwendungsbeispiele - neue Versicherung für Kreative

Am 23. März 2021 stellt die FG Werbung und Marktkommunikation Tirol gemeinsam mit dem Versicherer INFINCO die neue Rundumversicherung für Kommunikationsdienstleister- und UnternehmerInnen vor. Wer sich schon vor dem Online-Vortrag informieren möchte, findet hier konkrete Anwendungsbeispiele des Versicherunsproduktes, das ab 350,- p.a zu haben ist: 

 1.     Wenn sich eine Leistungserbringung verzögert und Schadenersatz droht

Eine Medienagentur ist mit der Leitung eines Projektes bei einem Auftraggeber betraut. Aufgrund personeller Ausfälle ist die Agentur nicht in der Lage, wichtige Unterlagen rechtzeitig abzugeben. Das Projekt verzögert sich um einen weiteren Monat. Der Auftraggeber stellt Schadensersatzansprüche und entgangenen Gewinn in Höhe von 120.000 € in Anspruch. 

 2.     Wenn einem Kunden der Monitor auf den Fuß fällt 

Der Mitarbeiter einer Werbe­agentur ist auf einem Auswärts­termin bei einem Kunden. Dort stößt er gegen einen Monitor. Dieser fällt zu Boden und geht kaputt. Dabei trifft er den Fuß des Kunden, dessen Zeh darauf­hin gebrochen ist. Der komplizierte Bruch muss operiert werden. Der Mitarbeiter fällt einige Wochen aus. Die Werbe­agentur wird auf Schaden­sersatz und hohes Schmerzens­geld verklagt. 

 3.     Wenn ein räudiger Tippfehler zum Neudruck führt

Der Versicherungsnehmer übernahm für einen Jägertaschenkalender die Drucksatzerstellung. Neben Waffen und Bekleidung wurden auch unterschiedliche Jagdhunde beschrieben. Beim Korrekturlesen übersah man jedoch einen Druckfehler und schon wurde aus dem Schweißhund ein... naja, genau. Da ein Neudruck nicht mehr möglich war, überklebte man in jedem Kalender die falsche Bezeichnung.
Der Versicherer übernahm die Kosten für die Aufkleberaktion. Das Überkleben der falschen "Hunderasse" kostete insgesamt 25.000 € (ein kompletter Neudruck der Taschenkalender hätte 150.000 € gekostet)

 4.     Wenn ein Cartoonist die Verwendungsrechte einklagt

Eine von einem Fast Food Restaurant beauftragte Werbeagentur trat für eine Kampagne an die Erfinder eines Zeichentrick Hundecharakters heran. Die Cartoonzeichner entwickelten folglich Entwürfe, welche den Hund und die Marke des Restaurants zeigten. Unter der Annahme einer Bezahlung bei Einsatz der Entwürfe in der Kampagne lieferten die Zeichner Art Boards an die Agentur. Diese jedoch entwickelte eine eigene Kampagne mit einem echten Tier als  Hauptdarsteller, der augenscheinlich sehr viele Charakteristika des Zeichentrick Hundes aufwies. Die Zeichner verklagten die Agentur und behaupteten, dass die zur Verfügungstellung der Entwürfe eine Limitierung der Verwendungsrechte impliziere. In der Folge führe jegliche andere Verwendung zu einer Rechteüberschreitung und Schadenersatz. Der Fall erreichte das höchste Berufungsgericht und erzielte dort einen sehr hohen Vergleich.

 

 5.     Wenn eine Organisation die Folgen eines verspäteten Mailings einklagt 

 Eine Agentur wurde von einer großen Wohltätigkeitsorganisation beauftragt, 100.000 Mailing-Päckchen vorzubereiten. Der Versand der Päckchen sollte nach einem komplexen und sehr zeitkritischen Ablaufplan erfolgen. Eine Vielzahl kleinerer Fehler bei der Organisation des Mailings führte dazu, dass der Zeitplan der Wohltätigkeitsorganisation vollkommen überworfen wurde und die Päckchen erst mit einer Verzögerung von 3 Arbeitstagen versandt werden konnten. Zwei Monate nach dem Versand beschwerte sich die Wohltätigkeitsorganisation, dass der Verzug des Mailings eine ungewöhnlich niedrige Antwortquote bedingt hatte. Um die Diskrepanz im Spendenvolumen auszugleichen verlangte die Organisation € 200.000 Schadenersatz.

 6.     Wenn im Druck falsche Daten ausgegeben werden

Eine Agentur erhielt von einer Bank den Auftrag, 150.000 Werbebriefe zu produzieren. Nach einer ersten Abnahmerunde stellte das Compliance Team der Bank eine Unsauberkeit im Text fest und ließ der Agentur eine neue, verbesserte Version des Textes zukommen. Die Agentur schickte die zweite Version des Mailings an die Druckerei, jedoch ohne diese von der Änderung in Kenntnis zu setzen. Diese druckte nichtsahnend 150.000 Kopien des falschen Werbebriefes. Erst nach dem Versand von 100.000 Briefen wurde der Fehler entdeckt. Die Bank machte daraufhin einen Schaden in Höhe von über € 100.000 bei der Agentur geltend.

 

7.     Wenn man nach dem Downloaden die Urheberrechte vergisst...

Beim Surfen im Internet hat ein Kunde Gefallen an einigen Bildern gefunden, sie heruntergeladen und auf die eigene Website gestellt. Im Internet ist ja vieles kostenlos, dachte der Kunde. Doch schon bald kamen die Abmahnung wegen Urheberrechtsverletzung und die Nachforderung für Lizenzen pro Bild und Verwendungsmonat. Der Fall zeigt, dass man heutzutage bei der nicht erlaubten Verwendung von Bildern und Musik im Internet fast immer Urheberrechte oder gar Persönlichkeitsrechte anderer verletzen kann. Der Schaden belief sich auf lediglich 3.500 €, weil man nachweisen konnte, dass die Bilder erst seit 2 Monaten auf der Website verwendet wurden.

 8.     Wenn ein Verlag vertauschte Daten einklagt

Da staunten die Berliner nicht schlecht, als sie auf einer neuen Ausgabe des Telefonbuches auf einmal das Münchner Rathaus als Titelseite des Berliner Telefonbuchs sahen. „Eigentlich sollte Berlins Rotes Rathaus abgebildet sein, stattdessen ist es versehentlich das Neue Rathaus aus München geworden“, so ein Sprecher des verantwortlichen Verlags. Der Fehler sei angeblich in der letzten Produktionsphase entstanden. Ein Mitarbeiter habe zwei Bilddateien vertauscht. Die immens hohe Auflage von 700.000 Exemplaren lässt einen sehr hohen Schadenersatzanspruch gegen die Agentur vermuten.

 9.     Wenn die Supermarktkette einen gravieren Text-Fehler findet

Aufgrund eines Druckfehlers verklagte eine Supermarktkette eine Marketingagentur auf EUR 500.000. In einer regionalen Zeitung wurden Produkte beworben, doch anstatt dem Kunden 2 für 1 zu versprechen, machte die Anzeige ein 3 zu 1 Angebot. Zudem waren auch noch die Supermarkt-Filialen mit den falschen Anzeigen ausgestattet worden. Da von jedem Produkt ein weiteres umsonst zum Angebot dazugegeben werden musste, belief sich der Schaden auf 700.000 €uro

 

10.   Wenn eine Anzeige ein urheberrechtlich geschütztes Bild beinhaltet

Eine Werbe­agentur ist mit der Gestaltung einer Werbe­anzeige für ein großes Unternehmen beauftragt. Die Anzeige wird in mehreren größeren Zeitungen und Zeit­schriften geschaltet. Hinterher stellt sich heraus, dass die Werbe­agentur bei der Verwendung eines Bildes auf der Anzeige gegen das Urheber­recht verstoßen hat. Der Eigentümer des Bildes verlangt daraufhin Schadens­ersatz von der Werbe­agentur. Eine Vermögens­schaden­haftpflicht für Werbe­agenturen übernimmt die Kosten.

 11.   Wenn ein Kunde in der Agentur über ein Kabel stolpert

Auch im ordentlichsten Büro herrscht von Zeit zu Zeit Kabelsalat. Bei einer Präsentation werden einem Kunden die Räumlichkeiten des eigenen Unternehmens gezeigt. Beim Gang durch die Büros stolpert der Kunde über ein ungünstig liegendes LAN- oder Druckerkabel und verletzt sich schwer – ein Fall für die Betriebshaftpflichtversicherung.

 

 12.   Wenn eine Event Agentur die Location zum falschen Termin bucht

Eine Event-Agentur ist mit der Organisation einer Vortragsreihe betraut. Einladungen an 200 exklusive Teilnehmer sind verschickt. Die Agentur hat das Kongresszentrum inklusive Rahmenprogramm für den 12. August statt den 21. August gebucht. Der Auftraggeber entzieht den kompletten Veranstaltungs-Etat in Höhe von 700.000 € jährlich, macht Reputationsschäden und Schadenersatzforderungen geltend. Die Teilnehmer fordern entstandene Reisekosten zurück.

 

 13.   Wenn beim Fotoshooting die Fashion-Leihware beschädigt wird

Models wurden von örtlichem Sporthandel eingekleidet und dafür sollte das Geschäft im Imagemagazin platziert werden. Die Kleidung geht nach dem Shooting normalerweise gereinigt und intakt zurück. Der Fotograf lies die Models nun aber über einen steilen Hang marschieren, diese stürzten und dabei wurden die teilweise „Leihgaben“ derart verschmutzt und z.T. beschädigt, dass eine Rücknahme durch den Sporthändler verweigert wurde.

 

14.   Wenn Bild- und Tonrechte im Internet verletzt werden 

Die Geschäftsführung eines großen Mittelständlers beauftragt eine Webagentur mit dem Entwurf eines neuen Internetauftritts. Nach Einführung der neuen Website wird festgestellt, dass diese gegen Bild- und Tonrechte eines Dritten verstößt (Urheberrecht). Der Geschädigte verlangt Schadenersatz vom Auftraggeber. Dieser leitet die Forderung an die Agentur weiter.

 15.   Wenn es bei einer Google Adwords-Kampagne zum Wettbewerbsverstoß kommt

Eine Werbe-Agentur wird mit der Erstellung einer Google AdWords Kampagne beauftragt. In Folge eines fahrlässigen Fehlers der Agentur kommt es zum Wettbewerbsverstoß. Für die Abmahnung und den Schadenersatz nimmt der Kunde die Agentur in Regress.

 

16.   Wenn bei Druckdaten der aufgedruckte Preis nicht sichtbar ist

Druckdaten wurden fehlerhaft an den Auftraggeber geliefert. Der aufgedruckte Preis war auf der Produktverpackung nicht zu erkennen, da er überlagert wurde. Daher war eine Korrektur der Druckdaten und ein Nachdruck erforderlich.