Nachlese: Workshop „Markenpositionierung“ mit Christian Salić

Kreativität braucht Richtung. Von Tom Stadlmeyr

Um allen Mitgliedern unserer Fachgruppe einen Einblick zu gewähren, machte ich mich am Samstag, den 20. Juni auf den Weg in den Weis raum, zum Workshop „Marken-Positionierung für DesignerInnen“ von Christian Salić. Da ich selbst im Bereich der Markenpositionierung tätig bin, war mein Interesse natürlich doppelt geweckt. Die Veranstaltung war ausgebucht und zu meinem Erstaunen waren außer mir ausschließlich weibliche Teilnehmerinnen. Ein verspäteter männlicher Teilnehmer durchbrach diese Tatsache. Gleich vorab: Ich habe selten so einen smarten und kompetenten Referenten zu diesem Thema erlebt. Christian teilt sein erworbenes Wissen mit einer Selbstverständlichkeit, die in unserer Branche des Öfteren zu wünschen übrig lässt. Die Art und Weise, wie er sein Wissen vermittelt, seine Erfahrungen preisgegeben und seine Arbeitsbeispiele präsentiert hat, war an diesem Tag eine erkenntnis- und reiche Demonstration, was DesignerInnen unbedingt in ihre Arbeit integrieren sollten.

Christian betreibt seine Agentur in Salzburg mit 10 MitarbeiterInnen und gehört – nicht nur auf Grund seiner Positionierungsarbeit – zu den Top-Playern der Szene. Er appellierte eindringlich an die TeilnehmerInnen, die Positionierungsarbeit den Kunden vor dem kreativen Prozess „schmackhaft“ zu machen, um einen größeren Mehrwert für den Kunden generieren zu können. Und das hat gute Gründe: Mit dem Prozess der Positionierung wird der Kunde stärker eingebunden und erkennt dadurch deren Notwendigkeit. Das führt zu einem besseren Commitment und reduziert die Gefahr, Design nur an seiner Gefälligkeit zu messen. Außerdem ist Creative Consulting – so nennt Christian Salić seine Beratungsdienstleistung – wesentlich besser bezahlt als übliche Stundensätze im Design. Seine Agentur generiert in der Zwischenzeit mehr Umsätze über die Positionierungsarbeit als im Bereich der Kreativleistungen. Die Kundenzufriedenheit und die Weiterempfehlungsraten steigen, weil Kunden dadurch ihre Wertschöpfung steigern können. Christians Botschaft zu diesem Thema wird vom Beamer groß an die Leinwand geworfen und lautet sinngemäß: „Dont create design – create costumer value by design. Und es bleibt nicht bei der Ankündigung. Doch bevor er sein erstes Umsetzungsbeispiel zeigt, fragt er die TeilnehmerInnen, wie sie an die Aufgabenstellung herangehen würden. Briefing, Zweiergruppen, zwanzig Minuten Zeit, Präsentation der Ergebnisse, anschließende Diskussion- Im Anschluss zeigt Christian, was er und sein Team daraus gemacht haben,  mit welchen Methoden sie arbeiten, was dabei herausgekommen ist und natürlich, wie es dem jeweiligen Kunden damit ergangen ist. Er macht das nicht lehrerhaft, sondern mit der Überzeugung, Wissen so zu vermitteln, dass es Spaß und Sinn macht. Nicht nur für die Gruppe spannend, sondern auch für ihn als Referenten, so Salić. 

Ich könnte hier noch einiges über diesen Workshop schreiben, aber dieser Artikel soll für euch genauso kurzweilig sein, wie dieser Tag mit Christian. Ich möchte alle da draußen aufrufen, sich derlei Angebote und Referenten nicht entgehen zu lassen. Bildet euch weiter, bleibt nicht stehen und steckt mehr Arbeit in die Vorarbeit. Kreativität braucht Strategie. Immer schon. Aber immer mehr. Oder um es mit Salićs Worten zu sagen: „Gebt Träumen eine Gestalt und Ideen eine Richtung!“

Foto: WEI SRAUM